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Pitcairn
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Pitcairn ist die Hauptinsel der Pitcairninseln (englisch Pitcairn Islands) und liegt im Pazifik, etwa 5000 km von Neuseeland und rund 5400 km von SĂŒdamerika entfernt. Sie ist die einzige bewohnte Insel des Archipels. Weitere Inseln der Gruppe sind Oeno mit dem dazugehörigen winzigen Sandy Island, Henderson und das Atoll Ducie. In der Kreolsprache, dem Pitcairn-Englisch, heiĂt sie Pitkern.cite-ref-2[2]
Pitcairn wurde am 2. Juli 1767 von dem Seekadetten Robert Pitcairn, Sohn des Marineoffiziers John Pitcairn, entdeckt und ist seit 1838 britische Kronkolonie bzw. britisches Ăberseegebiet. Die Pitcairninseln sind die letzte britische Kolonie im Pazifik.
Die Einwohner der Hauptinsel sind ĂŒberwiegend Nachfahren der Meuterer von der Bounty und ihrer polynesischen Frauen. Hier wurde 1838 das erste nachhaltige Frauenwahlrecht eingefĂŒhrt.
Contents
âą Geografie
âą Flora und Fauna
âą Flora
âą Fauna
âą Geschichte
âą Vorgeschichte
âą Wiederentdeckung
âą 20. Jahrhundert
âą Pitcairn heute
âą Politik
âą Wirtschaft
âą Infrastruktur
âą Tourismus
âą Sonstiges
âą Sprache
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geografie
Die 4,5 kmÂČ groĂe Insel liegt isoliert im SĂŒdpazifik. Die nĂ€chstgelegenen bewohnten Inseln sind im Osten die Osterinsel in 2000 km Entfernung und im Westen die Gambierinseln in 500 km Entfernung.
Pitcairn ist der Ăberrest eines geologisch jungen Schildvulkans, der aus Alkaliolivinbasalt, Hawaiit, Mugearit und Trachyt besteht.cite-ref-3[3] Die heutige Insel entstand in mehreren Ausbruchsphasen ungefĂ€hr zwischen 0,93 Mio. und 0,45 Mio. Jahren BP. Im Gegensatz zu vielen anderen Inseln des SĂŒdpazifiks fehlt der umgebende Korallensaum, sodass eine starke Brandung die ungeschĂŒtzte KĂŒste erreicht. Der Inselsockel ist schmal und fĂ€llt abrupt bis in Tiefen von ĂŒber 3000 Meter ab. Die steilen Klippen der Insel erheben sich unmittelbar aus dem Meer, eine KĂŒstenebene oder einen Strand gibt es nicht. DarĂŒber befindet sich ein stark profiliertes Plateau mit den besiedelten und kultivierten FlĂ€chen. Die höchste Erhebung, Pawala Valley Ridge, liegt 347 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel.cite-ref-4[4]
Oxidierte vulkanische Schlacke verursacht die auffallend rote FĂ€rbung des Bodens. Die Erde ist fruchtbar und das feucht-subtropische Klima mit ergiebigen RegenfĂ€llen begĂŒnstigt ĂŒppiges Wachstum. Die Niederschlagsmenge ist mit jĂ€hrlich etwa 1700 mm ungefĂ€hr zwei- bis dreimal so hoch wie in Augsburg, Deutschlands regenreichster Stadt. Die monatlichen NiederschlĂ€ge weisen betrĂ€chtliche jahreszeitliche Unterschiede auf. In manchen Sommern kann es zu lĂ€nger dauernden Trockenperioden kommen. Die Temperaturen liegen je nach Jahreszeit zwischen 13 und 28 °C.cite-ref-study-5-0[5]
Obwohl es insbesondere im SĂŒden und Westen der Insel eine Reihe schluchtartiger TĂ€ler gibt, fehlen ganzjĂ€hrig flieĂende BĂ€che, FlĂŒsse und Seen. Die einzige SĂŒĂwasserquelle ist âBrown's Waterâ, westlich von Adamstown, die jedoch nur zeitweilig Wasser spendet und sich nicht zur Wasserversorgung der Insel eignet.cite-ref-6[6] FĂŒr die Trinkwasserversorgung sind die Einwohner auf die Speicherung von Regenwasser angewiesen.
Die einzige Ansiedlung ist das auf dem Hochplateau oberhalb der Bounty Bay gelegene Adamstown, in der sÀmtliche Einwohner der Insel leben.
Flora und Fauna
Flora
Pitcairns KĂŒstenregion ist geprĂ€gt von SteilkĂŒsten, sodass die charakteristische Strandvegetation pazifischer Inseln mit Ipomoea pes-caprae, Argusia argentea (syn.: Heliotropium arboreum) und Pemphis acidula nicht vorkommt.cite-ref-8[7.1] Die Uferbereiche am FuĂ der Klippen sind wegen bestĂ€ndigen Salznebels nur spĂ€rlich bewachsen mit: Portulaca lutea, Asplenium obtusatum, Mariscus javanicus und Hibiscus tiliaceuscite-ref-9[8]
GroĂe Bereiche des Hochplateaus sind von Eingriffen der ursprĂŒnglichen polynesischen und der europĂ€ischen Siedler geprĂ€gt, verbuscht und mit nichtheimischer Flora bedeckt. Weitere Gebiete sind als landwirtschaftliche KulturflĂ€chen angelegt. Ausgedehnte FlĂ€chen sind mit dichten, monospezifischen BestĂ€nden des Rosenapfels (Syzygium jambos) zugewachsen. Einst als Brennholz eingefĂŒhrt, hat sich dieser ursprĂŒnglich aus Asien stammende, immergrĂŒne Myrtenstrauch, der bis zu 15 Meter hoch werden kann, ausgebreitet und bedroht nun die verbliebene ursprĂŒngliche Flora. Altheimischer Pflanzenwuchs bedeckt mittlerweile weniger als 30 Prozent der OberflĂ€che, ĂŒberwiegend Steillagen und abgelegene TĂ€ler.cite-ref-study-5-1[5] Eine Studie des botanischen Institutes des Trinity College in Dublin aus dem Jahr 2002 fĂŒhrt 81 heimische (davon 10 endemische), aber 250 von Menschen eingefĂŒhrte Pflanzenarten auf. 18 Arten zĂ€hlen zu den weltweit bedrohten.cite-ref-study-5-2[5] Die heimische Flora Pitcairns stammt ursprĂŒnglich aus SĂŒdost-Polynesien, wegen der isolierten Lage und des relativ jungen geologische Alters der Insel ist sie allerdings im Vergleich zu anderen polynesischen Inseln eher unterentwickelt.
Die Reste des heimischen Waldes â den man zu den subtropischen BergnebelwĂ€ldern zĂ€hlen kann â werden von dem endemischen Baum Homalium taypau dominiert, von den Insulanern Sharkwood Tree genannt, weil sich aus dem Holz Schnitzereien (Haie und Delfine) herstellen lassen. Hier findet sich auch die einzige altheimische Orchidee, die epiphytisch wachsende Taeniophyllum fasciola.cite-ref-10[7.2]
Die abgelegenen, schattigen Taleinschnitte, vorwiegend im Osten der Insel, beherbergen einen ausgedehnten Bewuchs mit Farnen, dominiert von den in den Tropen verbreiteten Arten Dicanopteris linearis und Nephrolepis hirsutula. Endemisch und inzwischen sehr bedroht ist der nach Hugh Cuming benannte Wurmfarn Ctenitis cumingii.cite-ref-11[9] Eine weitere endemische Pflanze ist der zu den KorbblĂŒtlern zĂ€hlende Bodendecker Bidens mathewsii, der ĂŒberwiegend in den Kliffs der SĂŒdostkĂŒste wĂ€chst.cite-ref-12[10]
Im Norden und Osten der Insel sind die verbuschten FlÀchen von Hibiskus (Hibiscus), dem Schwarzen Baumfarn (Sphaeropteris medullaris, syn. Cyathea medullaris), Metrosideros collina sowie PandanusbÀumen (Pandanus) durchsetzt.
Zu den kultivierten Pflanzen gehören Kokospalme, Ananas, Zitruspflanzen, Banane, Papaya, Melone, Guave (die sich inzwischen ausgewildert hat), Zuckerrohr, Yams, Taro, SĂŒĂkartoffel und der Brotfruchtbaum.
Fauna
Die ursprĂŒngliche Fauna an Land beschrĂ€nkt sich auf Insekten, Schnecken und kleine Reptilien. Alle anderen Tiere wurden vom Menschen eingefĂŒhrt. Eine groĂe Plage ist inzwischen â seit sie ausgewildert ist und nicht mehr kontrolliert als Nahrungstier gehalten wird â die von den ersten polynesischen Siedlern eingefĂŒhrte Pazifische Ratte (Rattus exulans). FĂŒr den Menschen gefĂ€hrliche Tiere oder KrankheitsĂŒbertrĂ€ger gibt es nicht. Die seit Besiedlung durch die Meuterer auf der Insel gehaltenen Schweine wurden nicht weiter gezĂŒchtet, nachdem Siebenten-Tags-Adventisten, die Schweine fĂŒr unrein halten, die Inselbewohner missioniert und sich Ende 1890 sĂ€mtliche Einwohner zur Taufe entschieden hatten.cite-ref-pit-puc-13-0[11]
Pitcairn verfĂŒgt ĂŒber eine interessante, aber nicht sehr artenreiche Vogelwelt. Der einzige endemische Landvogel auf Pitcairn ist der PitcairnrohrsĂ€nger (Acrocephalus vaughani), der zur Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) zĂ€hlt. In der Roten Liste der IUCN ist er seit 2008 als stark gefĂ€hrdet (Endangered) eingestuft. Auf Pitcairn und den umgebenden steilen Felsen nisten zahlreiche Seevögel, zumeist sind es mehrere Arten von Seeschwalben, unter anderen: Feenseeschwalbe (Gygis alba), WeiĂkappennoddi (Anous minutus), RuĂseeschwalbe (Onychoprion fuscatus), Brillenseeschwalbe (Onychoprion lunatus), auĂerdem Maskentölpel (Sula dactylatra) und Rotschwanz-Tropikvogel (Phaethon rubricauda).cite-ref-14[12]
Die in der nĂ€heren Umgebung Pitcairns in Tiefen bis zu 20 m am hĂ€ufigsten festgestellten Fische gehören zu den Lippfischen (Labridae), Doktorfischen (Acanthuridae), Riffbarschen (Pomacentridae) und Strahlenflossern (Actinopterygii).cite-ref-16[13.1] Die Inselzeitung âThe Pitcairn Miscellanyâ listet auf, welche und wie viele Fische die Bewohner gefangen haben. Darunter befinden sich hauptsĂ€chlich Haie, Doraden, Barrakudas, Red Snapper, Thunfische und gelegentlich ein Marlin.
Am Schelf gibt es Langusten, vorwiegend der Art Panulirus penicillatus (Antilopenlanguste), die von den Insulanern verzehrt, aber auch an vorbeifahrende Schiffe verkauft werden. Einmal im Jahr, im sĂŒdlichen Winter, kommen Buckelwale (Megaptera novaeangliae) auf ihrem Zug durch den Pazifik vorbei. Auf dem Schelf, das die gesamte Insel umgibt, wurden 15 Arten von Steinkorallen verzeichnet.cite-ref-irving-15-0[13]
Geschichte
Siehe auch
:
Geschichte der Pitcairninseln
Vorgeschichte
Die Vorgeschichte Pitcairns liegt mangels schriftlicher Aufzeichnungen weitgehend im Dunkeln. Die polynesischen Völker haben â mit Ausnahme der Rapanui â keine Schrift entwickelt. Man nimmt heute an, dass Pitcairn zwischen 1000 und 1200 n. Chr. von der nordwestlich gelegenen Insel Mangareva im Rahmen der polynesischen Expansion besiedelt wurde.cite-ref-18[14.1] Der japanische ArchĂ€ologe Yosihiko Sinoto datierte eine Holzkohleprobe von einer ProduktionsstĂ€tte fĂŒr Steinbeile bei Jimâs Ground (sĂŒdlich von Adamstown) mit der Radiokarbonmethode auf das Jahr 1335 n. Chr. (± 105 Jahre).cite-ref-19[15]
In einem tradierten Mythos der Marquesas-Inseln heiĂt es, Te Agiagi, Sohn von Taratahi, dem mythischen Ahnherrn der Marquesas, habe die Insel kolonisiert und sie mit BrotfruchtbĂ€umen bepflanzt.cite-ref-20[16] Er gab ihr den Namen Mata-Ki-Te-Ragi, ĂŒbersetzt: âAnfang des Himmelsâ.cite-ref-21[14.2] Die Brotfrucht ist die Hauptnahrungspflanze der Marquesas, aus ihr wird Popoi hergestellt, ein fermentierter Brei, der sich lange in Vorratsgruben hĂ€lt. Mata-Ki-Te-Ragi wird wahlweise mit der Osterinsel oder mit Pitcairn identifiziert, allerdings wachsen auf der Osterinsel klimatisch bedingt keine BrotfruchtbĂ€ume.cite-ref-22[17]
Als die Meuterer der Bounty die Insel betraten, fanden sie nicht nur zahlreiche BrotfruchtbĂ€ume vor, es waren auch noch Spuren der ursprĂŒnglich polynesischen Einwanderer sichtbar, darunter ZeremonialstĂ€tten mit Standbildern. Obwohl weitaus weniger kunstfertig bearbeitet, wiesen sie der Beschreibung nach eine gewisse Ăhnlichkeit mit Bauwerken (Ahu) und Statuen (Moai) der Osterinsel und der Marquesas auf. Ăberreste davon konnte der britische Forscher Frederick William Beechey noch finden, als er im Rahmen einer SĂŒdseeexpedition 1826 die Insel Pitcairn besuchte. Er schreibt dazu:
âTo the left of âthe Ropeâ is a peak of considerable height, overlooking Bounty Bay. Upon this eminence the mutineers, on their arrival, found four images, about six feet in height, placed upon a platform; and, according to Adamsâs description, not unlike the morais at Easter Island, excepting that they were upon a much smaller scale. One of these images, which had been preserved, was a rude representation of the human figure to the hips, and was hewn out of a piece of red lava. Near this supposed morai, we were told that human bones and stone hatchets were occasionally dug up, but we could find only two bones, by which we might judge of the stature of these aborigines. These were an os femoris and a part of a cranium of an unusual size and thickness. The hatchets, of which we obtained several specimens, were made of a compact basaltic lava, not unlike clinkstone, very hard and capable of a fine polish. Links von âThe Ropeâ erhebt sich ein HĂŒgel von betrĂ€chtlicher Höhe, der die Bounty Bay ĂŒberragt [gemeint ist wahrscheinlich St. Paulâs Point]. Auf dieser Anhöhe fanden die Meuterer bei ihrer Ankunft vier etwa 2 m hohe Statuen auf einer Plattform. Adams Beschreibung zufolge Ă€hnelten sie den Morais auf der Osterinsel, waren aber deutlich kleiner. Eines dieser Standbilder, als einziges noch erhalten, war das grobe Abbild eines Menschen bis zu den HĂŒften und aus einem einzigen StĂŒck roter Lava gehauen. In der NĂ€he dieser vermeintlichen Morai wurden, wie man uns sagte, gelegentlich menschliche Knochen und Steinbeile ausgegraben, wir konnten jedoch nur zwei Knochen finden, anhand derer wir die Statur dieser Ureinwohner beurteilen konnten. Es waren dies ein Oberschenkelknochen und ein Teil eines SchĂ€deldaches von ungewöhnlicher GröĂe und Dicke. Die Steinbeile, von denen wir mehrere Exemplare bekamen, waren gefertigt aus einer kompakten, sehr harten und gut zum Polieren geeigneten Basalt-Lava, nicht unĂ€hnlich dem Phonolith.â
â
Frederick William Beechey
:
Narrative of a voyage to the Pacific and Beeringâs strait
Der belgische GeschĂ€ftsmann und Ethnologe Jacques-Antoine Moerenhout, der noch die Gelegenheit hatte, mit John Adams, dem letzten ĂŒberlebenden Meuterer, zu sprechen, beschreibt offensichtlich die gleiche Zeremonialplattform, allerdings in einem weiter fortgeschrittenen Verfall:
âOn mây montra une hache en pierre dans le genre de celles dont les gens de la Bounty avaient trouvĂ© plusieurs dans lâĂźle Ă leur arrivĂ©e. A cette occasion on parla des maraĂŻs et des statues quâils y avaient aussi dĂ©couverts aprĂšs leur Ă©tablissement. Comme je dĂ©sirais voir ce qui en restait, nous quittĂąmes la maison de Christian, pour pĂ©nĂ©trer plus avant dans lâintĂ©rieur. En route, mes guides me dirent que leurs pĂšres, aprĂšs avoir vu des ruines qui leur avaient paru ĂȘtre les restes d'habitations et de fours oĂč l'on avait fĂĄit du feu, avaient trouvĂ© un maraĂŻ dâune Ă©tendue considĂ©rable, ornĂ©, Ă chaque coin, dâune statue dâenviron huit Ă dix pieds de haut, montĂ©e sur des plates-formes en pierres unies et encore trĂšs-bien jointes, le tout tombĂ© depuis de vĂ©tustĂ©. En cultivent leurs champs, ils avaient trouvĂ© nombre dâossements humains, non pas Ă la surface de la terre, mais Ă une profondeur qui prouvait quâils avaient etĂ© enterrĂ©s; et, en renversant le maraĂŻ, ils y avaient dĂ©couvert les dĂ©bris dâun corps mort dont la tĂȘte, Ă peine reconnaissable, Ă©tait posĂ©e sur une grande coquille de nacre, quoique ce coquillage ne se trouve nulle part prĂšs de leur Ăźle. Dort zeigte man mir eine Steinaxt von der Art, von der die Besatzung der Bounty bei ihrer Ankunft auf der Insel mehrere Exemplare gefunden hatte. Bei dieser Gelegenheit sprachen sie ĂŒber die âMaraisâ [gemeint sind Marae = polynesische KultstĂ€tten, Zeremonialplattformen] und die Statuen, die sie nach ihrer Besiedlung ebenfalls entdeckt hatten. Da ich sehen wollte, was davon ĂŒbrig war, verlieĂen wir Christians Haus, um in das Inselinnere zu gehen. Unterwegs erzĂ€hlten mir meine FĂŒhrer, dass ihre VĂ€ter, nachdem sie Ruinen gesehen hatten, die ihnen wie die Ăberreste von Behausungen und Feuerstellen vorkamen, eine KultstĂ€tte von betrĂ€chtlicher GröĂe entdeckt hatten. An jeder Ecke war sie mit je einer etwa 2,5 bis 3 Meter hohen Statue geschmĂŒckt, die auf einer Plattform aus glatten, noch sehr gut zusammengefĂŒgten Steinen standen. Das Ganze war inzwischen verfallen. Beim Bestellen ihrer Felder hatten sie zahlreiche menschliche Knochen gefunden, zwar nicht auf der ErdoberflĂ€che, aber in einer Tiefe, die bewies, dass sie vergraben worden waren. Beim Ausgraben der KultstĂ€tte entdeckten sie die Ăberreste eines Toten, dessen kaum erkennbarer Kopf auf einer groĂen Muschelschale aus Perlmutt lag, obwohl diese Muschel nirgendwo in der NĂ€he ihrer Insel gefunden wurde.â
â
Jacques-Antoine Moerenhout
:
Voyages aux ßles du Grand océan
Katherine Routledge, die Pitcairn im August 1915 besuchte, berichtet von insgesamt drei Marae auf Pitcairn. Eine ZeremonialstĂ€tte, von der sie noch Ăberreste auffinden konnte, befand sich auf dem St. Paulâs Point an der OstkĂŒste, einer signifikanten Anhöhe, die die Bounty Bay ĂŒberragt. Sie beschreibt die Anlage als ErdaufschĂŒttung von 4 m Höhe, zu der eine mit groĂen Strandkieseln verkleidete, ansteigende Erdrampe von 11 m LĂ€nge fĂŒhrte. Nach den Berichten der Bewohner sollen auf der Plattform ursprĂŒnglich drei Steinstatuen gestanden haben, mit dem Gesicht dem Inselinnern zugewandt. Insoweit besteht Vergleichbarkeit mit Bauformen auf der Osterinsel.cite-ref-25[20]
Am 10. Januar 1935 kam eine französisch-belgische Expedition unter der Leitung von Alfred MĂ©traux mit dem Schulschiff Mercator nach einem Aufenthalt auf der Osterinsel auf Pitcairn an. Der ArchĂ€ologe Henri Lavachery, Mitglied dieser Expedition, untersuchte bei âRopeâ, einer Bucht im SĂŒden der Insel mit einer von den Ureinwohnern genutzten LagerstĂ€tte von Obsidian, 30 ungeordnet platzierte Petroglyphen mit Darstellungen von Tieren, Menschen und grafischen Symbolen (Kreise, Sterne und andere, nicht bestimmbare Muster). Die weniger als einen Zentimeter tiefen Gravuren an dieser schwer zugĂ€nglichen Stelle sind heute noch erkennbar. Eine zweite, weniger zahlreiche und einfacher gestaltete Gruppe von Petroglyphen befindet sich an einem FelsĂŒberhang unterhalb des St.-Pauls Point.
Lavachery erkundete auĂerdem zwei weitere Standorte von Zeremonialplattformen, die ihm von den Insulanern genannt wurden. Es waren jedoch nur noch geringe Spuren der Bauwerke zu erkennen. Unter dem Haus von Norris Young fand er eine Statue, ein kopfloses Fragment von 76 cm Höhe und 30 cm Durchmesser aus porösem Tuffstein, die Young als StĂŒtze fĂŒr den FuĂboden benutzte. Der menschliche Torso endet, Ă€hnlich wie die Moai der Osterinsel, unterhalb des Nabels. Die beiden ĂŒbergroĂen HĂ€nde bedecken das Abdomen, auch dies eine Parallele zu den Statuen der Osterinsel. Die Figur hatte Young am FuĂ der Klippen in der Bounty Bay gefunden. Sie gehörte vermutlich zu der von Moerenhout und Routledge beschriebenen, inzwischen zerstörten Zeremonialplattform.cite-ref-26[21] Die Skulptur ist das einzig erhaltene Bildwerk von den Ureinwohnern der Pitcairn-Inseln. Sie befindet sich seit 1936 im Otago-Museum, Dunedin, Neuseeland.
Auf der Basis der vorliegenden Berichte ist nicht zu ermitteln, wie viele Steinstatuen es insgesamt auf Pitcairn gegeben hat. Lavachery vermutete drei oder vier. Der ArchĂ€ologe Arne SkjĂžlsvold, der 1956 mit der âNorwegischen ArchĂ€ologischen Expedition zur Osterinsel und in den Ostpazifikâ von Thor Heyerdahl nach Pitcairn kam, nimmt an, es seien ursprĂŒnglich deutlich mehr gewesen.cite-ref-27[22]
Auf Pitcairn findet man einen besonders feinkörnigen, schwarzen Basalt, der sich gut zur Herstellung von Steinwerkzeugen eignet. Eine Werkstatt hat der neuseelĂ€ndische ArchĂ€ologe Peter Gathercole 1964 bei Tautama an der SĂŒdkĂŒste erforscht.cite-ref-28[23] Der ArchĂ€ologe Marshall Weisler von der University of Otago in Neuseeland hat im Rahmen neuerer Forschungen Handelsbeziehungen zwischen Mangareva, Pitcairn und Henderson nachgewiesen. Seine Forschungen belegen den Export von Steinwerkzeugen aus Pitcairn nach Mangareva und Henderson.cite-ref-29[24] Ăber Jahrhunderte unterhielten die Polynesier einen regen Warenaustausch zwischen Pitcairn, Henderson und Mangareva. Das dicht besiedelte Mangareva dĂŒrfte die Drehscheibe fĂŒr diesen Fernhandel gewesen sein, der auch die Tuamotu- und Austral-Inseln umfasste. Die Handelsbeziehungen endeten um 1450 n. Chr., die GrĂŒnde dafĂŒr lassen sich nicht mehr nachweisen. Der Evolutionsbiologe Jared Diamond vermutet in seinem Buch Kollaps eine von Menschen ausgelöste ökologische Katastrophe auf Mangareva als Ursache. Weisler und Walter nennen soziale Spannungen als GrĂŒnde, ausgelöst durch Ăberbevölkerung und Ressourcenmangel.cite-ref-30[25] Pitcairn wurde vermutlich im Verlauf des 17. oder zu Beginn des 18. Jahrhunderts verlassen, bei Ankunft der EuropĂ€er war die Insel bereits unbewohnt.cite-ref-21-1[14.2]
Entdeckungsgeschichte
Das erste europÀische Schiff, das Pitcairn erreichte, war 1767 die HMS Swallow unter KapitÀn Philipp Carteret. Er benannte die Insel nach dem Seekadetten Robert Pitcairn, der sie zuerst gesichtet hatte.
âWe continued our course westward till the evening of Thursday the 2d of July, when we discovered land to the northward of us. Upon approaching it the next day, it appeared like a great rock rising out of the sea: it was not more than five miles in circumference, and seemed to be uninhabited; it was, however, covered with trees, and we saw a small stream of fresh water running down one side of it. I would have landed upon it, but the surf, which at this season broke upon it with great violence, rendered it impossible. I got soundings on the west side of it, at somewhat less than a mile from the shore, in twenty-five fathom, with a bottom of coral and sand; and it is probable that in fine summer weather landing here may not only be practicable but easy. We saw a great number of sea birds hovering about it, at somewhat less than a mile from the shore, and the sea here seemed to have fish. It lies in latitude 20° 2âČS., longitude 133° 21âČW. and about a thousand leagues to the westward of the continent of America. It is so high that we saw it at the distance of more than fifteen leagues, and it having been discovered by a young gentleman, son to Major Pitcairn of the marines, who was unfortunately lost in the Aurora, we called it Pitcairn's Island. While we were in the neighbourhood of this island, the weather was extremely tempestuous, with long rolling billows from the southward, larger and higher than any I had seen before. Wir setzten unsere Fahrt westwĂ€rts fort, bis wir am Donnerstagabend, dem 2. Juli [1767], nördlich von uns Land entdeckten. Als wir uns am nĂ€chsten Tag nĂ€herten, sah es aus wie ein riesiger Fels, der sich direkt aus dem Meer erhob, nicht mehr als fĂŒnf Meilen im Umfang und anscheinend unbewohnt. [Der Fels] war mit BĂ€umen bewachsen, und wir sahen ein schmales Rinnsal von SĂŒĂwasser, das an der Seite ins Meer ablief. Ich wĂ€re dort gelandet, aber die Brandung, die zu dieser Jahreszeit mit groĂer Gewalt auftraf, machte das unmöglich. Etwas weniger als eine Meile von der KĂŒste entfernt erhielt ich Lotungen an der Westseite des Felsens mit 46 Metern Tiefe und einem Boden aus Korallen und Sand. Bei schönem Sommerwetter dĂŒrfte eine Landung hier nicht nur möglich, sondern sogar einfach sein. In etwas weniger als eine Meile vom Ufer entfernt sahen wir viele Seevögel darum kreisen, und das Meer hier schien fischreich zu sein. [Der Fels] liegt bei 20° 2âČ SĂŒd und 133° 21âČ West, etwa 1.000 Leugen [5.556 Kilometer] westlich des amerikanischen Kontinents. Er ist so hoch, dass wir ihn aus mehr als 80 Kilometern Entfernung sahen. Da er von einem jungen Mann entdeckt wurde, dem Sohn von Major Pitcairn von der Marine, den wir unglĂŒcklicherweise in der âAuroraâ (?) verloren [gemeint ist der Major der Seesoldaten John Pitcairn, der in der Schlacht von Bunker Hill tödlich verwundet wurde], nannten wir ihn Pitcairns Insel. WĂ€hrend wir uns in der NĂ€he dieser Insel aufhielten, herrschte extrem stĂŒrmisches Wetter mit langen, rollenden Wogen aus dem SĂŒden, gröĂer und höher als alles, was ich je zuvor gesehen hatte.â
â
Philipp Carteret
Die von Carteret angegebene Position ist sowohl in der LĂ€ngen- als auch in der Breitenbestimmung ungenau. Dies fĂŒhrte dazu, dass die Insel zwar in den Seekarten verzeichnet war, jedoch weitab von der tatsĂ€chlichen Position.
James Cook hatte Carterets Logbuch gelesen und beabsichtigte, auf seiner zweiten SĂŒdsee-Expedition 1773 die Insel aufzufinden. Das Auftreten von Skorbut auf dem Begleitschiff Adventure verhinderte jedoch eine langwierige Suche, und Cook lief stattdessen direkt Tahiti an.
Die Meuterer der Bounty
Fletcher Christian, der AnfĂŒhrer der Meuterei, kannte ebenfalls Carterets Bericht und hielt die Insel fĂŒr den geeigneten Zufluchtsort vor den britischen Schiffen, die die AdmiralitĂ€t zur Festnahme der Meuterer entsenden wĂŒrde. Die insgesamt neun EuropĂ€er, sechs polynesischen MĂ€nner und zwölf polynesischen Frauen sichteten die felsige Insel am 15. Januar 1790. Die acht Briten, die Christian begleiteten, waren der Seekadett Edward âNedâ Young, die Matrosen Alexander Smith (alias John Adams), Isaac Martin, William McCoy, John Mills, Matthew Quintal, John Williams und der zweite GĂ€rtner William Brown. Sie konnten aber wegen der starken Brandung erst drei Tage spĂ€ter mit einem Beiboot anlanden.cite-ref-alexander-32-0[27]
Christian erkundete mit zwei GefĂ€hrten die Insel zwei Tage lang und fand sie unbewohnt, aber bewohnbar. Es gab Kokospalmen und BrotfruchtbĂ€ume, und er fand Anzeichen frĂŒherer polynesischer Besiedlung. Schweine, Ziegen, HĂŒhner, Yamswurzeln und SĂŒĂkartoffeln wurden auf der Bounty mitgefĂŒhrt. In der heutigen Bounty Bay fand sich die einzige geeignete Landungsstelle. AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde und brauchbare Schiffsteile wurden in den folgenden zwei Tagen an Land gebracht. Aus der Siedlung, die die Meuterer bereits am ersten Tag oberhalb der Bounty Bay errichteten, entstand das heutige Adamstown.
Nach lĂ€ngeren Debatten steckte der Matrose Matthew Quintal am 23. Januar 1790 aus eigenem Entschluss das Schiff in Brand, um eine Entdeckung auszuschlieĂen.cite-ref-33[27.1] Das Zusammenleben der Siedler orientierte sich an den Wertvorstellungen der EuropĂ€er, die Ursache zahlreicher Konflikte von Anfang an. Nach einer grĂŒndlichen Erkundung der Insel teilte Fletcher Christian das Land auf. Neun weiĂe MĂ€nner, neun Teile, die Polynesier gingen leer aus und wurden wie Diener und unbezahlte Arbeiter behandelt. Jeder EuropĂ€er hatte eine polynesische GefĂ€hrtin. Die sechs polynesischen MĂ€nner bildeten drei ungleiche Haushalte: Tararo, der ranghöchste, lebte mit Toofati (genannt Nancy) zusammen, die anderen Polynesier mussten sich die ĂŒbrigen zwei Frauen teilen.cite-ref-35[28.1]
Kaum zwei Jahre nach der Landung der Bounty stĂŒrzte die Frau des Schmieds John Williams von den Klippen in den Tod, zudem starb die GefĂ€hrtin von Alexander Smith (alias John Adams) an einer Lungenkrankheit. Mit Billigung der sieben anderen EnglĂ€nder nahm Williams âNancyâ, die Frau von Toofati, in seinen Haushalt auf, und Adams nahm Tinafanaea (genannt Mary) zu sich, die mit drei der Polynesier zusammengelebt hatte.cite-ref-36[28.2] Der schon lange schwelende Konflikt eskalierte. Am 20. September 1793 töteten die Polynesier John Williams sowie drei weitere EnglĂ€nder, am 3. Oktober ermordeten sie Fletcher Christian. Diese Taten zogen weitere Racheakte nach sich. Bald darauf waren alle polynesischen MĂ€nner und eine Frau getötet, teils aus Eifersucht untereinander, teils von den ĂŒberlebenden Meuterern.cite-ref-38[29.1] 1794 lebten nur noch Young, der inzwischen die FĂŒhrung ĂŒbernommen hatte, Adams, Quintal, McCoy, zehn polynesische Frauen und die Kinder.
Der Schotte McCoy begann, aus der zuckerhaltigen Wurzel der Keulenlilie (Cordyline fruticosa, polynesisch: ti; aus den verbrannten BlĂ€ttern dieser Pflanze stellten die Polynesier die TĂ€towierfarbe her) im Kupferkessel der Bounty Schnaps zu brennen und stĂŒrzte sich im Delirium mit einem um den Hals gebundenen Stein ins Meer.cite-ref-38-1[29.1]cite-ref-40[30.1] Als Quintals LebensgefĂ€hrtin beim Sammeln von Vogeleiern tödlich verunglĂŒckte, begehrte er die Frau eines der beiden verbliebenen EnglĂ€nder. Da Quintal dem Alkohol verfallen war und er eine ernsthafte Gefahr fĂŒr die Kolonie darstellte, erschlugen ihn Young und Adams 1799 mit einem Beil.cite-ref-41[30.2]cite-ref-42[28.3]
Als Edward Young am 25. Dezember 1800 an Asthma starb, blieb John Adams als einziger erwachsener Mann ĂŒbrig, zusammen mit zehn Polynesierinnen und inzwischen 23 Kindern der EuropĂ€er. Die polynesischen MĂ€nner hatten keine Nachkommen hinterlassen. Young hatte kurz vor seinem Tod dem ungebildeten Adams anhand der Schiffsbibel der Bounty das Lesen beigebracht. Adams las tĂ€glich in der Bibel, begann ein gottesfĂŒrchtiges Leben, verbot den Alkohol und hielt regelmĂ€Ăige Gottesdienste ab. Am 5. MĂ€rz 1829 starb er als angesehenes Oberhaupt der kleinen Gemeinde eines natĂŒrlichen Todes.cite-ref-43[27.2]
Die AdmiralitĂ€t hatte im November 1790 die Fregatte HMS Pandora unter Captain Edward Edwards ausgesandt, um die Meuterer aufzuspĂŒren und festzunehmen. Auf der Hinreise kam Edwards zwar der Insel Pitcairn nahe, sichtete sie jedoch nicht. Er segelte nach Tahiti und nahm alle vierzehn noch dort lebenden Mannschaftsmitglieder der Bounty gefangen. Auf der RĂŒckreise durchkreuzte das Schiff die weiter westlich gelegenen polynesischen Inseln auf der erfolglosen Suche nach weiteren Meuterern. Am Great Barrier Reef, vor der NordostkĂŒste von Australien, lief die Pandora im August 1791 auf ein Korallenriff und sank. Dabei ertranken vier der Gefangenen, die zehn ĂŒberlebenden MĂ€nner der Bounty erreichten im September Timor und wurden von dort nach Portsmouth gebracht, wo ihnen im September 1792 der Prozess gemacht wurde. Drei wurden gehĂ€ngt, die anderen freigesprochen bzw. begnadigt.cite-ref-44[27.3]
Wiederentdeckung
Wiederentdeckt wurde Pitcairn von Mayhew Folger (auch: Matthew Folger), einem amerikanischen RobbenjĂ€ger, der auf seinem Schiff Topaz am 6. Februar 1808 eine Insel sichtete, die es auf dieser Position eigentlich nicht geben sollte. Nach der Beschreibung Carterets, die ihm bekannt war, vermutete er, dass er dessen Insel entdeckt hatte. Allerdings wunderte Folger sich ĂŒber den Rauch auf dem als unbewohnt beschriebenen Felsen. Als die Topaz in der Bounty Bay ankerte, ruderten drei junge Inselbewohner zum Schiff, die Folger auf Englisch mitteilten, dass sie Nachkommen der Bounty-Meuterer seien. Folger war einige Tage Gast in der 35 Personen zĂ€hlenden Kolonie und fĂŒhrte mit Adams lange GesprĂ€che. Zum Abschied schenkte ihm Adams den Kompass und den Kendall-Chronometer der Bounty.cite-ref-45[31]cite-ref-46[32] Nach seiner RĂŒckkehr ĂŒbersandte er mit Datum vom 1. MĂ€rz 1813 der Britischen AdmiralitĂ€t einen Bericht ĂŒber den Verbleib der Bounty-Meuterer. Folgers Brief stieĂ aber dort wegen der Napoleonischen Kriege offenbar auf wenig Interesse.cite-ref-47[33]
Eingliederung in das Vereinigte Königreich
Am 17. September 1814 kamen die beiden Fregatten HMS Briton und HMS Tagus vor Pitcairn an. Die KapitĂ€ne Thomas Staines und Philip Pipon, die von der Entdeckung Folgers sechs Jahre zuvor nichts wussten, waren beeindruckt von der friedlichen und gottesfĂŒrchtigen Gemeinschaft, die sie vorfanden. Adams wollte freiwillig nach England zurĂŒckkehren und sich dem Gericht stellen, aber die Insulaner flehten die KapitĂ€ne an, ihn auf der Insel zu lassen.cite-ref-48[34] In seinem spĂ€teren Bericht an die AdmiralitĂ€t war KapitĂ€n Staines voll des Lobes ĂŒber John Adams und die Lebensweise der Nachkommen der Bounty-Meuterer:
âA venerable old man, named John Adams, is the only surviving Englishman of those who last quitted Otahite in her, and whose exemplary conduct and fatherly care of the whole of the little colony, could not but command admiration. The pious manner in which all those born on the island have been reared, the correct sense of religion which has been instilled into their young minds by this old man, has given him the pre-eminence over the whole of them, to whom they look up as the father of the whole and one family. Ein ehrwĂŒrdiger alter Mann namens John Adams ist der einzige noch lebende EnglĂ€nder von denen, die Tahiti zuletzt verlieĂen. Sein vorbildliches Verhalten und seine vĂ€terliche FĂŒrsorge fĂŒr die gesamte kleine Kolonie kann nur Bewunderung erregen. Die fromme Erziehung, die dieser alte Mann allen auf der Insel Geborenen anerzog, sowie der in ihren jungen Geist eingeflöĂte rechte Sinn fĂŒr Religion haben ihm die Vormachtstellung ĂŒber sie alle eingebracht, zu dem sie als Vater der gesamten Familie aufblicken.â
â
Captain Sir Thomas Staines
In den Folgejahren gab es weitere Besuche. WalfĂ€nger nutzten die Möglichkeit, sich mit Frischwaren zu versorgen. In den Berichten, die sporadisch in der Presse erschienen, wurde die isolierte Gemeinschaft romantisch verklĂ€rt und daher von frommen Spendern mit Bibeln, Gesang- und GebetbĂŒchern, aber auch mit Hausrat und Werkzeug versorgt. Im Jahr 1823 blieben als erste neue Siedler der Schiffszimmermann John Buffett und John Evans vom britischen Walfangschiff Cyrus auf der Insel. Buffett heiratete Dorothy (Dotty), die Tochter von Edward Young, dem Midshipman der Bounty, und fĂŒhrte fortan das Inselregister mit Geburten, Heiraten und TodesfĂ€llen.cite-ref-50[36]
Am 5. November 1828 kam als Neusiedler George Hunn Nobbs, wie er behauptete, der uneheliche Sohn eines Marquis. Der gebildete Nobbs fĂŒhrte nach dem Tod von John Adams das Inselregister weiter, unterrichtete die Insulaner und betĂ€tigte sich als Laienprediger.cite-ref-51[29.2] Am 8. August 1852 kam die HMS Portland mit Vizeadmiral Sir Fairfax Moresby, Commander-in-Chief der britischen Pacific Station, vor Pitcairn an. Als das Schiff am 11. August 1852 wieder abfuhr, war George Nobbs an Bord, der ĂŒber Valparaiso nach England reiste. 1852 wurde er vom Bischof von London ordiniert und kehrte am 15. Mai 1853 mit der Portland nach Pitcairn zurĂŒck.cite-ref-52[28.4]cite-ref-54[37.1]
Am 6. MĂ€rz 1831 wurden alle Bewohner mit den Schiffen Lucy Ann und Comet evakuiert, nachdem BefĂŒrchtungen einer drohenden Ăbervölkerung und einer damit einhergehenden Hungersnot dazu gefĂŒhrt hatten, dass sich die britischen Kolonialbehörden um einen alternativen Siedlungsort bemĂŒhten. Dem Angebot von Königin PomarĂ© IV., nach Tahiti zu gehen, folgten schlieĂlich alle 86 Bewohner in der Hoffnung, sich dort spirituell mit den Vorfahren vereinigen zu können. Aber einige Pitcairner starben an Infektionskrankheiten, gegen die sie auf ihrer isolierten Insel keine ImmunitĂ€t entwickelt hatten, darunter Fletcher Christians Sohn Thursday October. Bereits am 2. September 1831 kehrten 65 Auswanderer mit der US-amerikanischen Brigg Charles Doggett nach Pitcairn zurĂŒck. Die streng religiös erzogenen Pitcairner hatten sich auf Tahiti nicht zurechtgefunden, da sie die Lebensweise der Tahitianer als amoralisch betrachteten.cite-ref-55[38]
Am 28. Oktober 1832 landete die Bark Maria mit dem amerikanischen Abenteurer Joshua Hill auf Pitcairn. Er gab sich als Gesandter der britischen Regierung aus und nannte sich fortan âCaptainâ, âLordâ oder âPresident of the Commonwealth of Pitcairnâ.cite-ref-56[28.5] In der Folge ĂŒbte er eine autoritĂ€re Herrschaft ĂŒber die Inselbewohner aus und verhĂ€ngte schon fĂŒr kleine Vergehen harte Strafen. Aber er hatte den Fehler begangen, sich als Verwandten des Duke of Bedford auszugeben. Als am 10. Januar 1837 die Brigg HMS Acteon unter dem Kommando von Edward Russel, dem Sohn von John Russell, 6th Duke of Bedford, auf Pitcairn ankam, flog der Schwindel auf.cite-ref-57[37.2] Da offenbar geworden war, dass Hill keinerlei Legitimation der britischen Regierung hatte, musste er die Insel verlassen und wurde am 6. Dezember 1837 mit der Fregatte HMS Imogene nach ValparaĂso abgeschoben.cite-ref-58[37.3]cite-ref-60[39.1]
Wegen dieser Erfahrung und wegen einiger Ăbergriffe von WalfĂ€ngern strebten die Pitcairner den Schutz der britischen Krone an.cite-ref-61[39.2] Mit UnterstĂŒtzung des KapitĂ€ns der britischen Sloop HMS Fly, Russell Elliott, formulierten sie eine Verfassung fĂŒr die Inselgemeinschaft, die am 30. November 1838 an Bord der Fly unterzeichnet wurde.cite-ref-62[37.4] Mit dem British Settlements Act vom 16. September 1887 wurde Pitcairn dem Britischen Königreich auch de jure unterstellt.cite-ref-63[40]
Emigration auf die Norfolkinsel und Mission
1856 hatte Pitcairn bereits 193 Einwohner, mit zunehmender Tendenz. Nach einigen Naturkatastrophen befĂŒrchteten die Insulaner, dass sich die inzwischen betrĂ€chtlich angewachsene Inselgemeinde nicht mehr selbst ernĂ€hren könne. Sie wandten sich an die britische Verwaltung, um eine neue Heimstatt zu finden. Die britische Strafkolonie auf der heute zu Australien gehörenden Norfolkinsel war 1855 aufgegeben worden, aber die GebĂ€ude â solide, aus Stein gebaute Kasernen, VerwaltungsgebĂ€ude und sogar eine Kirche â waren noch in gutem Zustand. Die Pitcairner nahmen das Angebot an und wurden auf die 6000 Kilometer westlich gelegene Insel Norfolk gebracht.cite-ref-64[28.6]
Im Januar 1859 kehrten 16 Emigranten unter der FĂŒhrung von Moses und Mayhew Young nach Pitcairn zurĂŒck, 1864 folgten vier weitere Familien. Die ĂŒbrigen blieben auf der Insel Norfolk. Heute besteht ein Drittel der dortigen Bevölkerung aus deren Nachkommen.
Das Schiff St. John aus San Francisco brachte am 18. MĂ€rz 1876 eine Kiste mit Publikationen der Siebenten-Tags-Adventisten auf die Insel, die bei den frommen Pitcairnern das Interesse fĂŒr die Glaubensgemeinschaft weckten.cite-ref-65[37.5] Der Missionar der Adventisten John L. Tay (1832â1892), ehemaliger Marinesoldat im Sezessionskrieg, der am 18. Oktober 1886 mit HMS Pelican nach Pitcairn kam, wurde daher enthusiastisch begrĂŒĂt.cite-ref-66[37.6] Er konnte die Insulaner ĂŒberzeugen, den Sabbat (Samstag), den siebten Wochentag nach der biblischen ZĂ€hlung, als religiösen Feiertag einzufĂŒhren. Dies ermutigte die KirchenĂ€ltesten zu weiterer Missionsarbeit und die Adventisten lieĂen in Benicia (Kalifornien) einen Zweimastschoner bauen, der Missionare auf abgelegene und schwer erreichbare Inseln im Pazifik bringen sollte. Das Schiff wurde Pitcairn getauft und segelte im Oktober 1890 mit John Tay und seiner Frau Hannah, Pastor Gates und seiner Frau sowie einem weiteren Missionars-Ehepaar nach Pitcairn, wo sie am 25. November 1890 ankamen. Der Laienprediger Tay löste damit sein Versprechen ein, einen ordinierten Geistlichen der Adventisten zur Insel zu bringen. Ihm gelang es, innerhalb von drei Wochen sĂ€mtliche Einwohner der Insel zu taufen, ihre Nachkommen sind heute noch Adventisten.cite-ref-pit-puc-13-1[11] Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gab es dank der weltweiten Spenden der Adventisten auf Pitcairn bereits eine Zeitung, eine Schule und einen Kindergarten.
Als erstes deutsches Schiff erreichte die Dreimast-Bark Admiral Tegetthoff, gebaut 1871 bei D. H. WĂ€tjen und Co., Bremen, am 13. September 1877 die Insel Pitcairn.cite-ref-67[37.7]
In der Nacht zum 23. Januar 1875 havarierte die Cornwallis, ein britisches Segelschiff mit eisernem Rumpf, an der Nordseite der Insel Pitcairn und lief innerhalb kĂŒrzester Zeit voll Wasser. Mithilfe der Pitcairner konnte sich die gesamte Mannschaft retten. WĂ€hrend der Aktion wurde der zwölfjĂ€hrige Sohn von Moses Young von einem Felsen gespĂŒlt und ertrank.cite-ref-68[41]
20. Jahrhundert
Mit der Eröffnung des Panamakanals 1914 endete die Isolation, denn Pitcairn lag auf der Schiffsroute nach Neuseeland. Schiffe besuchten nun hĂ€ufiger die Insel. Im Zweiten Weltkrieg stationierte die Royal New Zealand Navy Beobachter auf Pitcairn, um mögliche AktivitĂ€ten der Kaiserlich Japanischen Marine zu ĂŒberwachen, zunĂ€chst mit dem Funkamateur Nelson Dyett, der mit einer Pitcairnerin verheiratet war. SpĂ€ter wurde eine vollwertige KĂŒstenwache mit vier MilitĂ€rfunkern eingerichtet.cite-ref-69[42] Nach dem Zweiten Weltkrieg lieĂen die Interessen GroĂbritanniens nach, sodass â in Ermangelung eines Hafens und eines Flugplatzes â erneut eine relative Isolierung einsetzte.
Im Mai 1937 kam es auf Pitcairn zu einem Mordprozess, eine Frau wurde von mehreren anderen Frauen beschuldigt, ihren Mann vergiftet zu haben. Zur UnterstĂŒtzung der Ermittlungen des Insel-Magistrats reiste der britische Konsul von Tonga an. Das Verfahren wurde wegen Mangels an Beweisen eingestellt.cite-ref-70[37.8]
Am 26. Januar 1957 ankerte die Brigantine Yankee (ex Duhnen, gebaut 1919 in Emden) vor Pitcairn. Eigner und KapitĂ€n war der Autor und Segler Irving McClure Johnson. Mit an Bord war im Auftrag der National Geographic Society der Abenteurer, Taucher und Fotograf W.H. (âBuzzâ) Fawcett. Er tauchte in Bounty Bay und fand einen Anker der Bounty, der am 30. Januar gehoben wurde und lange Zeit vor dem Gemeindehaus von Pitcairn stand (heute im Pitcairn Museum).cite-ref-71[37.9]
Am 21. Februar 1971 erreichte die königliche Yacht Britannia Pitcairn auf der Fahrt von der Osterinsel nach Rarotonga. An Bord war Prinz Philip, Duke of Edinburgh und u. a. sein Onkel Louis Mountbatten, die die Insel fĂŒr einen Kurzbesuch betraten.cite-ref-72[37.10]
Lange Zeit wurde Pitcairn durchschnittlich nur vier- bis sechsmal im Jahr von einem Containerschiff angelaufen, das die lebensnotwendigen GĂŒter und Post ĂŒberbrachte, seit 2009 besteht jedoch eine regelmĂ€Ăige Schiffsverbindung von Neuseeland ĂŒber Französisch-Polynesien nach Pitcairn. Gelegentlich kommt auch ein Kreuzfahrtschiff zu Besuch.
Einwohnerentwicklung
âą 1790: 27
âą 1800: 34 âČ
âą 1808: 36 âČ
âą 1825: 66 âČ
âą 1831: 65 âŒ
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âą 1850: 106 âŒ
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âą 1859: 16 âŒ
âą 1864: 43cite-ref-75[45] âČ
âą 1873: 70 âČ
âą 1875: 85 âČ
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âą 1879: 90 âŹ
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âą 1896: 132 âČ
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âą 1898: 142 âŹ
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âą 1901: 126 âŒ
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âą 1933: 190 âČ
âą 1936: 200 âČ
âą 1937: 233cite-ref-76[46] âČ
âą 1943: 163 âŒ
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âą 1959: 143 âŒ
âą 1961: 126 âŒ
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âą 2012: 48 âŒ
âą 2013: 49cite-ref-77[47] âČ
âą 2016: 54cite-ref-78[48] âČ
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âą 2019: 50cite-ref-79[49] âŹ
âą 2023: 35cite-ref-ptimg2023-1-1[1] âŒ
Einwohner
Jahr
0
50
100
150
200
250
1750
1800
1850
1900
1950
2000
2050
Pitcairn
âą Diagrammvorlage:
âą Definition |
âą Hilfe
Pitcairn heute
Politik
Die Pitcairninseln sind das letzte britische Ăberseegebiet im SĂŒdpazifik. Die Einwohner sind britische StaatsbĂŒrger (British Overseas Territories Act 2002). Der britische Monarch wird auf der Insel durch einen Gouverneur von Pitcairn vertreten. Diese Stellung wird seit 1970 in Personalunion vom britischen Hochkommissar in Neuseeland ausgeĂŒbt. Zuvor hatte diese Position der britische Hochkommissar fĂŒr den Westpazifik inne (1898 bis 1952) sowie der Gouverneur von Fidschi (1953 bis 1970).cite-ref-80[50]
Der Magistrat und ein BĂŒrgermeister verwalten die Pitcairninseln intern. Von November bis Dezember 2004 verwaltete als Interimslösung erstmals eine Frau, Brenda Christian, die Insel. Aktuell ist Shawn Young der gewĂ€hlte BĂŒrgermeister (â siehe Liste der Regierungschefs der Pitcairninseln). Die Legislative wird vom Inselrat (Island Council) gebildet, der auch gleichzeitig judikative Befugnisse hat. Er besteht aus zehn Personen, vier davon werden direkt gewĂ€hlt. Die Rolle eines Bindeglieds zwischen der Inselregierung und dem Gouverneur ĂŒbernimmt das Pitcairn Islands Office mit Sitz in Auckland. Das PIO wird von einem vom Gouverneur ernannten Kommissar geleitet.cite-ref-81[51]
Der 2018 in seiner zweiten Amtszeit regierende BĂŒrgermeister war bis 2019 der wegen sexuellen Missbrauchs von MinderjĂ€hrigen verurteilte Shawn Christian, ein direkter Nachfahre von Fletcher Christian.
Wirtschaft
Die Bewohner Pitcairns importieren ihre Lebensmittel sowie Dinge des tĂ€glichen Bedarfs gröĂtenteils aus Neuseeland, und wenn es möglich ist, kaufen sie diese von den besuchenden Kreuzfahrtschiffen. Die meisten Lebensmittel werden von den Bewohnern in KĂŒhltruhen und -schrĂ€nken aufbewahrt, von denen jeder Haushalt je nach Anzahl der Personen eine groĂe Anzahl an das Stromnetz angeschlossen hat. Diese oft alten, teilweise defekten KĂŒhltruhen und -schrĂ€nke stellen die gröĂte Belastung fĂŒr das lokale Stromnetz und das Einkommen der Familien dar. Die ErnĂ€hrung ist sehr stark an die britische und nordamerikanische KĂŒche angelehnt, d. h. frittiert, stark fett- und zuckerhaltig.
Die ArbeitsplĂ€tze in der örtlichen Verwaltung sind die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung.cite-ref-82[52] Eine andere gewinntrĂ€chtige TĂ€tigkeit ist der Verkauf von geringwertigen handgefertigten Andenken, T-Shirts und Ă€hnlichem an Kreuzfahrttouristen. Die Pitcairn Island Producers Cooperative (kurz: PipCo) vertreibt ĂŒber ihren Onlineshop Produkte der Insel wie Honig, Propolistinktur, Seife, Schnitzereien sowie in Fernost hergestellte und auf Pitcairn bedruckte T-Shirts. Insbesondere das 1998 aufgelegte Programm zur Förderung der Imkereicite-ref-83[53] war erfolgreich; mit dem Verkauf von Honig werden jĂ€hrlich Erlöse von etwa 200.000 NZ$ erwirtschaftet.cite-ref-84[54]
Weitere Erwerbsmöglichkeiten bietet der Tourismus. JĂ€hrlich laufen etwa zwölf Kreuzfahrtschiffe Pitcairn an, von denen rund die HĂ€lfte ihren Passagieren einen Ausflug auf die Insel ermöglicht.cite-ref-85[55] Umgekehrt gehen Inselbewohner an Bord der Kreuzfahrtschiffe, um dort ihre Waren zu verkaufen. Einige Pitcairner bieten Privatquartiere fĂŒr Urlauber an. Die Entwicklungsmöglichkeiten im Tourismus sind wegen der Abgeschiedenheit der Insel, der langen und kostspieligen Anreise und der geringen Zahl von Attraktionen und AktivitĂ€ten beschrĂ€nkt.
Auf Pitcairn besteht eine öffentliche Dienstleistungspflicht. Da es weder Einkommens- noch Umsatzsteuern gibt, werden alle arbeitsfĂ€higen Personen zu Dienstleistungen fĂŒr die Gemeinschaft herangezogen, zum Beispiel zur Instandhaltung, Reinigung und Reparatur öffentlicher Einrichtungen, zum Betrieb der Langboote oder zur Erledigung anderer notwendiger Arbeiten.cite-ref-86[56]
Bis in die erste HĂ€lfte der 1990er Jahre konnte Pitcairn seinen Finanzbedarf aus eigener Kraft decken. Mit dem Verkauf von Sammlerbriefmarken wurden hohe Gewinne erzielt; die damit erwirtschafteten ĂberschĂŒsse flossen in den Pitcairn Island Investment Fund, dessen ErtrĂ€ge ausreichten, um die Kosten der Inselverwaltung zu finanzieren.cite-ref-87[57] Ab 1993 schmĂ€lerten sinkende Zinsen sowie Kapitalentnahmen zur Deckung der Haushaltsdefizite diese ErtrĂ€ge, und 2004 musste der Fonds wegen Erschöpfung aufgelöst werden.cite-ref-88[58] Ebenfalls stark rĂŒcklĂ€ufig sind die Gewinne aus dem Briefmarkenverkauf, da schrumpfende UmsĂ€tze bei gestiegenen Kosten dessen RentabilitĂ€t mindern.cite-ref-89[59] Da gleichzeitig die Kosten fĂŒr öffentliche Dienstleistungen und Infrastruktur (insbesondere die ChartergebĂŒhren fĂŒr die lebensnotwendige Schiffsverbindung) stark angestiegen sind, kann Pitcairn aktuell nur einen Bruchteil seines Haushalts selbst erwirtschaften und ist auf Budgethilfe vonseiten des Vereinigten Königreichs angewiesen. Die ErschlieĂung neuer Einnahmequellen war bisher wenig erfolgreich; die Einnahmen aus den LandegebĂŒhren der Touristen, dem MĂŒnzhandel und der Vermarktung der Top-Level-Domain .pn decken nur einen geringen Teil des Defizits.cite-ref-90[60] Die Steuereinnahmen sind minimal, da die BĂŒrger Pitcairns weder Einkommensteuer noch ZollgebĂŒhren bezahlen. Im Haushaltsjahr 2015/16 standen selbsterwirtschafteten Einnahmen von rund 1,4 Mio. NZ$ (850.000 âŹ) Subventionen von etwa 6,5 Mio. NZ$ (3,9 Mio. âŹ) gegenĂŒber.cite-ref-91[61]
Infrastruktur
Mangels ganzjĂ€hrig flieĂender GewĂ€sser hat Pitcairn keine zentrale SĂŒĂwasserversorgung. VorrĂ€te sind in Zisternen gespeichert, die HĂ€user verfĂŒgen ĂŒber Wassertanks. Im Jahr 2010 hat die South Pacific Islands Applied Geoscience Commission (SOPAC), eine zwischenstaatliche, regionale Organisation zur nachhaltigen Entwicklung pazifischer Inseln, die Möglichkeit untersucht, Grundwasservorkommen auf Pitcairn zugĂ€nglich zu machen, um damit die Trinkwasserversorgung dauerhaft zu sichern. Eine ErschlieĂung hat jedoch bisher nicht stattgefunden.cite-ref-92[62] Als groĂen Fortschritt empfanden die Einwohner die Installation von Toiletten mit WasserspĂŒlung im Jahr 2003, insbesondere öffentliche fĂŒr die gelegentlichen Kreuzfahrttouristen.
Bislang beruhte die Energieversorgung ausschlieĂlich auf Dieselgeneratoren, nachdem ein Projekt zum Bau einer Windkraftanlage gescheitert war.cite-ref-93[63] In Umsetzung einer Studie aus dem Jahr 2017 zum Bau von Photovoltaikanlagen wurden inzwischen mehrere GebĂ€ude mit Solarmodulen versehen. Ziel ist es, sĂ€mtliche DĂ€cher damit auszurĂŒsten.cite-ref-94[64]cite-ref-95[65]cite-ref-96[66]
Die HĂ€user sind mit Inseltelefon im UKW-Netz verbunden. Die Installation einer internationalen Erdbebenwarte mit der Notwendigkeit stĂ€ndiger DatenĂŒbertragung hatte zur Folge, dass auch weltweiter E-Mail- und Telefonverkehr ĂŒber Inmarsat möglich ist. Die Funkstation der Insel betreibt amtlichen Funkverkehr, es gibt aber auch Amateurfunkverbindungen auf Kurzwelle mit Pitcairn.
Die einzige befestigte StraĂe der Insel ist seit 2005 der von der Landestelle den Hill of Difficulties nach Adamstown hinauffĂŒhrende, betonierte Weg. Hauptverkehrsmittel sind Quads und MotordreirĂ€der.
Pitcairn hat weder einen Hafen noch einen Flugplatz. Von Zeit zu Zeit wird ĂŒber den Bau einer Flugpiste diskutiert, bislang jedoch ohne konkrete Umsetzung. Die gesamte Versorgung erfolgte mit Frachtschiffen, normalerweise Containerschiffen, die im Verkehr zwischen Neuseeland und dem Panamakanal einen Zwischenstopp einlegten. Seit 2009 werden Schiffe fĂŒr regelmĂ€Ăige Versorgungsfahrten von Neuseeland nach Pitcairn und fĂŒr FĂ€hrverbindungen zwischen dem 500 Kilometer entfernten Mangareva (Gambierinseln), wo sich ein kleiner Regionalflugplatz befindet, und Pitcairn gechartert.cite-ref-97[67] Aktuell wird diese Versorgung mit dem Schiff Silver Supporter sichergestellt. Die Schiffe liegen jeweils auf Reede, und die GĂŒter werden in oft gefĂ€hrlichen Manövern mit den beiden rund zwölf Meter langen Aluminium-Arbeitsbooten (Longboats) der Pitcairner ĂŒberstellt. Mit Mitteln aus GroĂbritannien und der EU wurde 2005 im Rahmen der Verbesserung der Infrastruktur auch die Bootslandestelle (The Landing) in der Bounty Bay renoviert und ausgebaut. Zudem wurde 2017 der Ausweichanleger Tedside auf der westlichen Inselseite mit betoniertem Uferweg und neuem Zufahrtsweg in Betrieb genommen.cite-ref-98[68]cite-ref-99[69]cite-ref-100[70]
Die Inselschule in einem 2006 neu errichteten GebĂ€ude ermöglicht den Kindern eine Vor- und Grundschulausbildung. Die Lehrerin wird fĂŒr ein Jahr verpflichtet und kommt meist aus Neuseeland. Kinder, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben, werden nach Neuseeland entsandt, um eine sekundĂ€re Schulbildung abzuschlieĂen. AnschlieĂend können sie dort eine weiterfĂŒhrende Ausbildung absolvieren oder eine UniversitĂ€t besuchen.
Die Krankenstation befindet sich in einem Mitte der 1990er Jahre errichteten GebĂ€ude unterhalb des Dorfes. Dort sind ein Behandlungszimmer mit Röntgeneinrichtung, ein Zahnbehandlungsraum, ein Labor und Medikamentendepot sowie ein Krankenzimmer untergebracht. Die britische Verwaltung ist seit 2004 bemĂŒht, stĂ€ndig einen Allgemeinmediziner auf der Insel zu stationieren, was die Krankenversorgung deutlich verbessert hat. Meist sind es britische, neuseelĂ€ndische oder australische Ărzte, die fĂŒr ein bis zwei Jahre nach Pitcairn entsandt werden und dort vom Pitcairn Island Office angestellt werden. Einige Pitcairnerinnen haben sich als Krankenschwester ausbilden lassen. Ein besonderes gesundheitliches Problem auf der Insel ist die HĂ€ufigkeit von Diabetes mellitus. Die Ursache dafĂŒr ist vermutlich das Zusammenwirken von genetischer Veranlagung und Adipositas, bedingt durch eine ungesunde, fettreiche ErnĂ€hrung und ausgeprĂ€gten Bewegungsmangel.
In einem kooperativ betriebenen Gemischtwarenladen (General Store), mittlerweile eher ein kleiner Supermarkt, können die Inselbewohner GĂŒter kaufen, die sie nicht selbst herstellen. Allerdings ist das Angebot beschrĂ€nkt. Zur Infrastruktur gehören zudem das Postamt (Pitcairn Island Post Office) und das Government Treasury Office, eine Bank, in dem alle WĂ€hrungs- und GeldgeschĂ€fte abgewickelt werden. Touristen können dort auch Bargeld â offizielle WĂ€hrung ist der Neuseeland-Dollar â via Kreditkarte erhalten.
Tourismus
Das abgelegene und nicht erschlossene Pitcairn ist nur schwierig zu erreichen. Die Versorgungsschiffe ab Neuseeland fahren unregelmĂ€Ăig und nehmen nur eine beschrĂ€nkte Anzahl von Touristen mit. MehrtĂ€gige Aufenthalte sind möglich, auf der Insel gibt es einige bescheiden ausgestattete Privatquartiere. Kreuzfahrtschiffe suchen mehrmals im Jahr Pitcairn auf, sie liegen vor der Insel auf Reede, und die Pitcairner kommen, wenn das Wetter es erlaubt, mit ihren Booten an Bord, um Souvenirs zu verkaufen. Das Ausbooten von Passagieren ist wegen der starken Brandung oft zu gefĂ€hrlich, sodass die meisten Kreuzfahrtpassagiere sich mit einer Umrundung der Insel begnĂŒgen mĂŒssen. Eine weitere Möglichkeit, die Insel zu erreichen, ist das Chartern einer Hochseeyacht in Tahiti oder auf den Marquesas.
Zum Betreten der Insel ist die Erlaubnis des Magistrates erforderlich, die fĂŒr Kreuzfahrttouristen problemlos erteilt, Besuchern, die lĂ€nger bleiben wollen, jedoch meist verweigert wird, nachdem man mit einigen Aussteigern in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat. In Adamstown gibt es ein Regierungs-GĂ€stehaus, das offiziellen Besuchern vorbehalten ist; andere GĂ€ste mĂŒssen privat unterkommen.
Hauptattraktion ist wohl die Insel selbst mit ihren Bewohnern und das Wissen, zu den wenigen Menschen zu gehören, die Pitcairn jemals betreten haben.
âą 2005 wurde ein kleines Museum eingerichtet. Es zeigt fein gearbeitete Steinwerkzeuge aus der Zeit der polynesischen Besiedelung, einige Relikte der Bounty, persönliche BesitztĂŒmer der Meuterer, die Schiffsbibel der Bounty und eine Sammlung der begehrten Briefmarken.
âą Oberhalb von Adamstown liegt in einem steilen Felsen Christians Cave, eine flache Höhle mit Blick ĂŒber die Insel und das Meer. Hierhin soll sich Fletcher Christian zurĂŒckgezogen haben, um nach britischen Schiffen Ausschau zu halten.
âą Am nördlichen Dorfrand befindet sich der kleine Friedhof, verwittert und mit blĂŒhenden Schlingpflanzen ĂŒberwuchert. AuĂerhalb des Friedhofes, im Westen des Dorfes, liegt das Grab von John Adams, der neben seinen Frauen bestattet ist. Es ist das einzige erhaltene Grab eines Meuterers der Bounty.
âą Der Hauptplatz, ein befestigter Platz in der Dorfmitte, wird umrahmt von der Kirche, der Post, dem Gemeindehaus und dem Gemeindesaal. Vor dem Gemeindehaus sind ein Anker und einer der VierpfĂŒnder der Bounty ausgestellt. Eine weitere Kanone der Bounty befindet sich vor dem Haus des Pitcairners Len Brown.
Letzten offiziellen Zahlen aus dem Jahr 2012 nach besuchten 870 Touristen die Insel.cite-ref-101[71]
Die Verfassung Pitcairns
Die Insel hatte bereits vor zweihundert Jahren eine â selbst nach heutigen MaĂstĂ€ben â fortschrittliche Verfassung. Sie entstand auf Wunsch der Insulaner mit UnterstĂŒtzung von Russell Elliott dem KapitĂ€n der Sloop HMS Fly und wurde am 30. November 1838 an Bord der Fly unterzeichnet. Das aktive und passive Wahlrecht fĂŒr den Magistrat, die âInselregierungâ, hatten sowohl MĂ€nner als auch Frauen, das Wahlalter betrug 18 Jahre. FĂŒr den jĂ€hrlich gewĂ€hlten Magistrat durften nur auf der Insel geborene Personen kandidieren. Bereits die erste Fassung enthielt eine Wahlpflicht, NichtwĂ€hler wurden bestraft.cite-ref-102[28.7] Die Eidesformel des Magistrats enthielt die Formulierung: â[âŠ] und ich verpflichte mich zur ordnungsgemĂ€Ăen AusĂŒbung meines Amtes gegenĂŒber Ihrer MajestĂ€t der Königinâ (⊠and hold myself accountable for the due exercise of my office to Her Majesty the Queen).cite-ref-103[72] Damit dĂŒrfte Elliot die Insel fĂŒr das Vereinigte Königreich beansprucht haben.
Der Vergewaltigungsprozess
Nach GerĂŒchten ĂŒber Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch von MinderjĂ€hrigen wurde 1999 eine britische Polizistin nach Pitcairn entsandt, um Ermittlungen einzuleiten. Nach Auftauchen konkreter Beschuldigungen wurden auch Sozialarbeiter eingeschaltet. Die Erhebungen fĂŒhrten zu Strafverfahren gegen sieben von damals zwölf auf der Insel lebenden erwachsenen MĂ€nnern â darunter war auch der zu diesem Zeitpunkt amtierende BĂŒrgermeister Steven Raymon (Steve) Christian. Angeklagt wurde in insgesamt 55 FĂ€llen, die bis zu vierzig Jahre zurĂŒckreichten.
Die Angeklagten erstritten zunĂ€chst das Recht, das Verfahren auf der Insel abhalten zu lassen, statt in Neuseeland, wie 2002 vom britischen Parlament vorgeschlagen. Um Zeugen aus Norfolk und Neuseeland per VideoĂŒbertragung vernehmen zu können, wurde die bestehende Satelliten-Ăbertragungsanlage ausgebaut. Weitere BaumaĂnahmen wurden unter anderem erforderlich, um die Verdopplung der Einwohnerzahl der Insel wĂ€hrend der siebenwöchigen Verhandlungen zu bewĂ€ltigen. Zuletzt wurden Richter, Gerichtsbeamte, Polizisten, Verteidiger und Staatsanwalt auf die Insel verschifft; auch sechs Journalisten reisten an. Die Kosten des Verfahrens wurden laut New Zealand Press Association am 3. November 2006 mit nahezu 17 Millionen Dollar beziffert.
Die Verhandlung begann am 30. September 2004. Die Verteidiger argumentierten, die Insel unterliege nicht unbedingt britischem Recht; sexuelle Kontakte mit MinderjÀhrigen entsprÀchen einem seit mehr als 200 Jahren bestehenden Gewohnheitsrecht.
Am 24. Oktober 2004 sprach das Gericht die Angeklagten in 35 der 55 untersuchten FĂ€lle schuldig. Zwei Angeklagte, die sich wĂ€hrend der Verhandlung bei ihren Opfern entschuldigt hatten, wurden zu 300 bzw. 400 Sozialstunden verurteilt. Vier Angeklagte erhielten Haftstrafen in Höhe von drei bis sechs Jahren. Einzig der vormalige Richter und spĂ€tere BĂŒrgermeister Jay Warren wurde von den VorwĂŒrfen freigesprochen. Die Verteidiger legten Berufung ein, die ab dem 18. April 2005 am Supreme Court in Auckland, Neuseeland, verhandelt und am 2. MĂ€rz 2006 abgewiesen wurde. Zuletzt riefen die Verurteilten den britischen Kronrat Privy Council (London) an, der im Oktober 2006 die AntrĂ€ge endgĂŒltig ablehnte. 2007 wurde fĂŒr die Verurteilten auf Pitcairn ein GefĂ€ngnis errichtet, das von Wachpersonal aus Neuseeland betrieben wird.cite-ref-104[73]
Nach dem Verfahren investierten GroĂbritannien und die EuropĂ€ische Union in die Insel. Es wurden Telefon- und Internetverbindungen eingerichtet und die erste asphaltierte StraĂe gebaut. Des Weiteren befinden sich nun dauerhaft ein Polizeibeamter, ein Sozialarbeiter und ein Vertreter der britischen Regierung auf der Insel. Der Besuch von Kindern auf der Insel wurde stark reglementiert. Touristen dĂŒrfen Kinder unter 16 Jahren nur nach vor Reiseantritt erfolgter Abstimmung mit der dortigen Verwaltung auf die Insel bringen. Die im Auftrag der britischen Regierung tĂ€tigen Beamten dĂŒrfen ihre Kinder fĂŒr die Dauer ihrer TĂ€tigkeit nicht auf die Insel mitnehmen.cite-ref-105[74]cite-ref-106[75]
Sonstiges
Bis vor wenigen Jahren steuerten die Pitcairner mit ihren beiden offenen Aluminiumbooten (Longboats) die 140 Kilometer entfernte, ansonsten unbewohnte Insel Oeno an, um dort einige Erholungstage mit Baden und Fischen zu verbringen, da es auf Pitcairn selbst keinen Sandstrand gibt. FĂŒr diesen Zweck wurden auf Oeno einige offene, palmblattgedeckte HĂŒtten zum Kochen und Wohnen errichtet. Wegen mangelnder Wartung und Reparaturen ist der Zustand der Langboote fĂŒr Hochseefahrten unzureichend. Der weitestgehende Verlust von seefahrerischen Kenntnissen und FĂ€higkeiten hat zur Folge, dass keine Fahrten auĂerhalb des Sichtbereiches der Insel mehr möglich sind.
In einer politischen Satire von Mark Twain, der 1879 veröffentlichten Kurzgeschichte The Great Revolution in Pitcairn (deutsch Ein Miniaturreich im Weltmeer), sagt sich die Inselbevölkerung von GroĂbritannien los und ruft einen zwielichtigen Amerikaner zum Kaiser aus.cite-ref-107[76]
Sprache
Literatur und Medien
Literatur
âą Caroline Alexander: Die Bounty. Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty. Berlin Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-8270-0163-3.
âą Dea Birkett: Schlange im Paradies â meine Reise in die SĂŒdsee zu den Nachfahren der Meuterer auf der Bounty. Albrecht Knaus Verlag, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-8135-0123-X (beschreibt den Inselalltag aus der Sicht einer wenig beliebten Langzeitbesucherin).
âą Jared Diamond: Kollaps â Warum Gesellschaften ĂŒberleben oder untergehen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-10-013904-6.
âą Herbert Ford: Pitcairn Island as a port of call: a record, 1790â2010. 2. Auflage. McFarland & Company, Jefferson, N.C. 2012, ISBN 978-0-7864-6604-7 (englisch, eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche â der Autor ist Leiter des Pitcairn Islands Study Center, Pacific Union College).
âą Henri Lavachery: Contribution Ă lâĂ©tude de lâarchĂ©ologique de lâĂle de Pitcairn. In: Bulletin de la SociĂ©tĂ© royale belge dâanthropologie et de prĂ©histoire. Band 51, 1936, ISSN 0304-1425 (französisch, Ergebnisbericht der französisch-belgischen archĂ€ologischen Expedition).
âą David Marshall: Pitcairn. Was aus den Meuterern der âBountyâ wurde. 2. Auflage. Saatkorn-Verlag, Hamburg 1990, ISBN 3-8150-0815-8.
⹠Robert Merle: Die Insel. 1. Auflage. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-7466-1221-7 (die Geschichte nach der Meuterei als Roman; französische Ersterscheinung: 1962).
âą Charles Bernard Nordhoff, James Norman Hall: Die Meuterei auf der Bounty â Band 2: Meer ohne Grenzen. Edition Maritim, Hamburg 2004, ISBN 3-89225-508-3 (die Geschichte Pitcairns als Roman).
âą Reinhard Stegen: Meuterei auf der Bounty. Endstation Pitcairn. Dokumentarfilm. kv Video, GrĂŒnwald 1997.
Medienberichte und Medien
âą Karen Frankenstein, Ariane Huml: Pitcairn Island: Erben des Aufstands. In: FAZ.NET, 26. MĂ€rz 2012.
âą Julian McDonnell: Take me to Pitcairn â Full Documentary. Filmbericht ĂŒber eine Reise nach Pitcairn. Joolzy Productions, 2009 (englisch).
âą Tony Probst: Exploring Pitcairn Island by Drone. Home of the descendants of the mutineers of the HMS Bounty auf YouTube, Filmbericht ĂŒber eine Reise nach Pitcairn, 2015 (englisch).
âą Dark Secrets of the Worldâs Most Isolated Island auf YouTube, Filmbericht ĂŒber eine Reise nach Pitcairn, 2022 (englisch).
âą Helen Smith: Digging for treasure in the photo archives. In: National Library New Zealand vom 26. Februar 2016 (englisch).
Weblinks
Commons
: Pitcairn Island
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Pitcairn
â ReisefĂŒhrer
âą Atlas: Pitcairn â geographische und historische Karten bei Wikimedia Commons
âą The Government of the Pitcairn Islands. Online-Portal der Regierung der Pitcairninseln (englisch).
âą Pitcairn Island Tourism (englisch)
âą Country profile: Pitcairn Islands (British Overseas Territory). In: Foreign & Commonwealth Office: Travel & living abroad. The National Archives (englisch, archiviert am 12. November 2009).
âą Pitcairn Island. In: Pitcairn Islands Study Center. Pacific Union College (englisch).
Einzelnachweise
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10. Herbert Ford: Pitcairn Island as a Port of Call. McFarland & Co., Jefferson 2012, ISBN 978-0-7864-6604-7 (englisch).
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11. Robert W. Kirk: Paradise Past: The Transformation of the South Pacific, 1520â1920. McFarland & Co., Jefferson NC 2012, ISBN 978-0-7864-6978-9
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